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Frühjahrestreiben: Wintereiweisserbsen, Tomaten, Gurken

Um unseren Garten im Winter nicht vollständig brach liegen zu lassen, haben wir letztes Jahr im Oktober auf dem abgeernteten Gurkenbeet und auf einem Teil des "Kartoffelackers" Wintereiweisserbsen angesät (siehe Blog "Goldener Herbst").

"Setzen Sie sie bloss nicht zu früh", warnte die Garten-Fachfrau am Herbstgartenzeit-Markt, "sonst sind sie zu gross, wenn's gefriert und überleben weniger gut!"

Die Pflänzchen wuchsen auch wunderbar, bis es richtig kalt wurde, dann standen sie tapfer im Schnee und sahen eigentlich ganz gut aus. Als ich dann im März wieder nach ihnen schaute, war so gut wie nichts mehr zu sehen von meinem Bodenverbesserer, nur diese elenden, abgehärteten Ackerbeikräuter!

Pah! dachte ich, pah!!

Winterhart? Von wegen! Vielleicht in Südfrankreich!

Doch - Madame Ungeduld hatte sich geirrt. Das Wurzelwerk schien überlebt zu haben und im Mai standen die Erbsen 50 cm hoch und hatten den Boden gut mit Stickstoff angereichert. Eine der Erbsen blühte bereits, was mich dazu bewog, sie vor dem Schnitt zu verschonen. Den grossen Rest entfernten wir Mitte Mai bodennah und liessen ihn als Mulch, abgedeckt mit einer schwarzen Lochfolie, auf den zukünftigen Tomaten- und Gurken-Kürbis-Melonenbeeten liegen, damit er so zusätzlich zur Bodenverbesserung beiträgt (Wurmfutter).

 

Was die unterschiedlichen Bodenbearbeitungsmethoden vor dem Ausbringen der Wintereiweisserbsen betrifft - Aussaat in umgegrabene oder nur in von Unkraut befreite, jedoch nicht weiter bearbeitete Erde - (Details siehe Blog "Goldener Herbst") so konnte ich beim Wachstum keine nennenswerten Unterschiede feststellen. Etwas mehr Ackerbeikräuter wuchsen auf der nicht umgestochenen Fläche, was auf die Erbsen jedoch keinen Einfluss hatte.

 

Das heisst, indem wir den Boden nur oberflächlich bearbeiteten, haben wir uns auf der zweiten Fläche erfreulicherweise eine Menge Arbeit erspart :-) Könnte allerdings auch Zufall gewesen sein. Vielleicht werde ich dieses Jahr nochmals einen Vergleichsversuch mit einem Gemüse starten.

 

Die Tomatenpflanzen, die ich im Frühjahr angezogen habe, sind nun gepflanzt und mit einem eingegrabenen Topf versehen, damit ich den Wurzelbereich direkt giessen kann und das Wasser nicht oberflächlich abfliesst. Ich habe mich dazu entschieden, die Tomaten ohne Nässeschutz wachsen zu lassen - also keine aufwändigen Holzkonstruktionen mit angetackerten Plastikfolien. Dafür sind buschig wachsende Strauchtomaten wie die 'Rote Murmel' oder die 'Bianca' besonders gut geeignet, da sie kaum von Blattfäule betroffen sein sollen. Auch die ProSpecie Rara-Sorte 'Précoce de Quimper' ist laut Angaben wenig fäuleanfällig. Nun bin ich wirklich gespannt, wie resistent sie sind und ob sie auch einen akzeptablen Ertrag liefern.

 

Schlangen- und Nostranogurkensetzlinge, sowie eine Kürbis- und eine veredelte Melonenpflanze haben wir im Fachhandel eingekauft. Das hatte sich letztes Jahr sehr gut bewährt.

© garten-inspirationen.ch

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