· 

Beerenfreuden

 

Johannisbeeren

 

Das einzige, was wir auf unserem Pflanzblätz neben vielen Ackerbeikräutern an bestehenden Pflanzen übernahmen, war ein struppiger kleiner Johannisbeerstrauch. Er war der letzte und kümmerlichste in einer Reihe von Sträuchern, die sich vom Nachbargarten in unsere Parzelle fortsetzte. Unser Nachbar erzählte, dass die Sträucher schon standen, als er seinen Schrebergarten vor 30 Jahren übernahm!

 

 

Nun, dachte ich, geben wir dem alten Kämpfer eine Chance: Wir befreiten seinen Wurzelbereich von der Grasnarbe, komposteten ihn auf, fügten organischen Beerendünger hinzu und gossen ihn fleissig. Zwei offensichtlich sehr alte, von Flechten überzogene Ruten schnitt ich aus. Ende des letzten Jahres sah er trotz aller Bemühungen nicht wirklich gut aus und ich dachte, dass der Gute das nächste Jahr wohl nicht erleben würde.

 

Doch, treu dem Sprichwort "Tot gesagte, leben länger": diesen Frühling schob er neue Ruten und ich freute mich, dass wir unseren Gartenwächter - er steht in der äussersten vorderen Ecke der Parzelle - nicht verloren hatten. Also mulchten wir mit frischer Gartenerde und fütterten ihn mit Beerendünger. Die stehen gelassenen Ruten dankten es uns mit leckeren Beeren. Nun hoffen wir natürlich, dass er sich im nächsten Jahr weiter erholt, sozusagen als gutes Omen für unsere kommende Gartenlaufbahn.

 

 

 

Selbstverständlich hätschelten wir auch die beiden im letzten Jahr neu gesetzten Johannisbeeren ebenso liebevoll wie die alte "geerbte", was uns eine reiche Ernte an geschmacksintensiven Beeren eintrug. Wobei uns die weisse Sorte (Weisse Versailler) mit ihrem milderen Aroma eher noch etwas besser schmeckte als die rote (Rolan).


 

Herbsthimbeeren

 

Anstatt alle Himbeerruten bodeneben abzuschneiden, habe ich letztes Jahr 5 Ruten stehen lassen, um zu sehen, ob sie sich wie Sommerhimbeeren verhalten und schon früher Früchte tragen würden. Und wirklich, im Juni konnten wir die ersten Himbeeren naschen, während die neuen Ruten für die Herbsternte so üppig aus dem Boden schossen, dass ich sie kräftig auslichten musste. Ihre Wurzeln waren weit über den Wall hinaus in den Weg gewachsen und hatten neue Triebe gebildet. Ich habe sie abgestochen und konnte damit kostenlos eine zweite Himbeerreihe pflanzen.

Nun hoffen wir auf eine reiche Himbeerernte im Herbst und in diesem Winter lasse ich ein paar Ruten mehr stehen, damit es nächstes Jahr bereits im Juni für ein feines Himbeerbirchermüesli reicht :)

 

© garten-inspirationen.ch

Kommentar schreiben

Kommentare: 0