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Puffbohnen

 

 

 

 

Ich sitze gemütlich im Wohnzimmer, schaue durchs Fenster in den Regen und freue mich, dass wir es am letzten Wochenende bei milden Temperaturen geschafft haben, unser neustes Saatgut in die Erde zu bringen: Puffbohnen - auch unter dem Namen Ackerbohnen, dicke Bohnen oder Saubohnen bekannt.

 

Nie zuvor habe ich davon gehört - genauer gesagt: nicht im deutschen Sprachgebrauch.

 

Ich sehe mir regelmässig die englische Gartensendung Gardener's World mit Monty Don an. Abgesehen von Montys öfters mal an den Tag gelegten Selbstironie, gibt's immer wieder Interessantes zu sehen und die tollen Bilder der BBC alleine machen die Serie sehenswert. Nun, Monty pflanzte Jahr für Jahr "broad beans", was ich so zur Kenntnis nahm, ohne wirklich zu wissen, worum es sich handelte.

 

Ich habe mich im letzten Jahr mit Wintergemüse beschäftigt und unter anderem gelernt, dass es Winterblumenkohl gibt, der ab Mitte August ausgepflanzt, über den Winter stehen gelassen und - sofern die Frostgötter sich nicht unter -10° C austoben - im Mai geerntet wird. Vorteil: die Kohlweisslinge legen im Herbst keine Eier mehr (oder nur ganz wenige). Daher müssen sie weder eingenetzt noch mühsam von Raupen befreit werden und im Mai gibt es frischen Blumenkohl. Ich hoffe, es klappt, im Moment stehen die meisten Pflanzen noch.

 

Aber, zurück zur Puffbohne. Auch sie könnte man noch knapp zum Wintergemüse zählen, da sie bereits Ende Februar, Anfang März gesteckt wird. Sie keimt bei relativ tiefen Temperaturen und verträgt auch leichte Fröste. Nach rund 100 Tagen ist sie erntereif, also im Juni.

 

Puffbohnen sind wertvolle Eiweisslieferanten und gut sättigend. Gegessen werden die grünen Kerne in Form von Gemüse oder Salat. Ausgereift sind sie gut lagerfähig und können, über Nacht in Wasser eingeweicht und 1 Stunde gekocht, als Suppenbeilage verwendet werden. Früher wurden sie öfter angebaut. Heute sind sie etwas in Vergessenheit geraten, wie so viele alte Gemüsesorten.

 

Wie alle Leguminosen binden Puffbohnen Stickstoff und reichern den Boden mit diesem Nährstoff an, wenn die Wurzeln im Boden bleiben und dort von Bodenlebewesen abgebaut werden - eine hervorragende Gründüngung. Mit dem Bohnenlaub kann das Beet nach der Ernte gemulcht werden, so wird der Boden geschützt.

 

Ich bin schon neugierig, wie das Proteinpaket schmeckt, und freue mich darauf sie auf den Tisch zu bringen. Nun sind sie im Boden und ich hoffe, dass die bisher milden Winter-Temperaturen nicht mehr ins Bodenlose fallen und ich die Mampf- und Gourmetfraktion der hiesigen Schneckenelite einigermassen in die Schranken weisen kann - Knoblauchtee soll ja Wunder wirken - bis zum nächsten Regen...

 

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