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Herbstlaub - Lust oder Frust?

Kaum fallen im Herbst die ersten Blätter von den Bäumen, werden in vielen Gärten und Gärtchen die Laubbläser und Laubsauger angeworfen. Ihre Besitzer ackern sich müde, um auch noch das kleinste Blattfitzelchen zu entfernen.

Da wird lästiges, unordentliches Laub motorenstark auf Haufen gepustet und die Lücken und Ritzen zwischen den Steinen und unter den Büschen ausgesaugt, als ob's die gute Stube wäre. Der Tod eines jeden Insekts, das sich darin aufhält.

 

Wir tun das nicht.

Oh nein.

Ganz bestimmt nicht.

Das wäre reine Verschwendung.


Wir rechen die Blätter von Hand zusammen, da wir uns keinen grossen Maschinenpark anlegen wollen und um unsere und die Ohren unserer Mitmenschen nicht unnötig zu strapazieren. Den Blättersegen von Terrasse, Vorplatz und Grünfläche verschieben wir in die Rabatten und unter die Ligusterhecke unseres Hausgartens.

Im Zuge unserer Umschichtungsaktion mussten wir leider feststellen, dass unser Umschwung viel zu wenig Blattmasse hergab, um alle Beete abzudecken. Glücklicherweise säumt eine Reihe Feldahorne den Weg neben unserem Haus. So fallen in der bunten Jahreszeit jeweils grosse Mengen kleinblättriges Laub an, das sich wunderbar zum Mulchen eignet.


Eventuell stellt ihr euch die Frage, weshalb wir das tun, wo doch die meisten ihr Laub in der grünen Tonne entsorgen. Leider, denn es gibt gute Gründe, den Boden im Winter abzudecken:

  • Schutz des Bodens vor Winderosion
  • Schutz der Zwiebeln, Wurzeln und Bodenlebewesen vor Kälte
  • Nahrung für Wurm, Assel und Co.
  • Umwandlung des Laubes zu nährstoffreichem Humus durch Bodenlebewesen
  • Überwinterungsquartier für Garten-Nützlinge
  • Mehr überlebende Insekten und Würmer = mehr Nahrung für Vögel, Igel und andere Kleinsäugetiere = mehr Biodiversität = stabileres Garten-Ökosystem = geringere Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten = viel mehr Freude am Garten

Sind immer noch Unmengen an Blättern da und ihr könnt auf den Beeten, in den Rabatten und unter den Hecken kein einziges Blatt mehr unterbringen, lässt sich Laub übrigens auch sehr gut schichtweise mit anderen organischen Abfällen kompostieren. Oder wie wär's mit einem reinen Laubkompost? Er soll luftig-locker sein. Mit Blumenerde gemischt, lässt sich z.B. ein wunderbares Substrat für Topfpflanzen daraus herstellen. Es gibt eine sehenswerte Video-Anleitung von Gardener's World (in Englisch), wie ein solcher Kompost gelingt. Der Moderator, Monty Don, erklärt mit der ihm eigenen Begeisterung, wie er einen Laubkompost (leaf mould) anlegt und weshalb dieser das absolut Beste ist, was eurem Garten passieren kann.

Monty pur: begeistert, unterhaltsam und informativ.

© garten-inspirationen.ch

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