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Pflanzenporträt: Das Oktoberli - von lieblich bis feurig

 

Seit Jahren sind die Sedum sieboldii, ein auch als Oktoberli bekanntes Fetthennen-Gewächs, unverzichtbarer Bestandteil meiner Topfpflanzen-Sammlung. Eine Herbstschönheit, die erst mit ihren lieblichen, rosa-pinken Sternchenblüten und anschliessend mit feurigen Blättern jedes Fensterbrett zum Hingucker machen.

 

 

Wie der Name bereits andeutet, blühen sie im Oktober. Zu einer Zeit, in der nicht viel los ist auf dem Blumenparkett. Die dichten Blütendolden sind zu dieser Jahreszeit ein willkommener Farbtupfer. Ausserdem schätzen Bienen und Hummeln das späte Nahrungsangebot um Winterreserven anzufuttern. Jetzt im November ist die Blütenpracht vorbei, doch die Pflanze hat mit ihren rot-orangen Herbstblatt-Farben im November ein weiteres Highlight zu bieten - besonders die panaschierte Form ist eine Augenweide. Die neuen Rosetten sind bereits angelegt, aus denen im nächsten Jahr die Blatt- und Blütentriebe vollständig nachwachsen, denn die diesjährigen sterben ab.

 

Das Oktoberli ist bis -10° C winterhart. Also eine Pflanze, die nicht jedes Jahr nachgekauft werden muss, wenn sie in der kalten Jahreszeit geschützt und hell steht. Ich stelle die Töpfe jeweils in unser unbeheiztes Gewächshaus, wo die Erde auch ab und zu durchfriert. Staunässe verträgt die Pflanze nicht, sonst verfault das Dickblattgewächs. Nur ab und zu kräftig giessen, wenn's frostfrei ist. Die fleischigen Blättern speichern Wasser, da schadet eine kurze Trockenperiode nicht.

 

Bis sie im Herbst ihren grossen Auftritt hat, kann das bläuliche Grün der langstielig fallenden Pflanze im Sommer schön mit anderen Topfgewächsen arrangiert werden. Sie muss auch nicht an der vollen Sonne stehen, Halbschatten reicht völlig.

 

Ein perfektes, unkompliziertes Pflänzchen, das ich immer wieder von einer Pflanzendeko zur anderen trage und das mir viel Freude bereitet.

Ein Wermuthstropfen bleibt: Die Wurzeln scheinen Dickmaulrüssler-Larven gut zu schmecken. Vor zwei Jahren frassen sie die ganzen Wurzeln ab. Doch ich hatte Glück im Unglück: Es hatten sich schon kleine Rosetten gebildet, die, in unverseuchte Erde gesteckt, wieder gut anwurzelten. Seither gibt es jedes Jahr eine Anti-Dickmaulrüssler-Nematoden-Dusche, damit meine Oktoberli in Ruhe wachsen können.

© garten-inspirationen.ch

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Kommentare: 2
  • #1

    Doris (Dienstag, 26 November 2019 19:13)

    Diese Pflanzen sind wirklich wunderschön, jetzt möchte ich nur noch wissen ob sie giftig sind, da ich kleine Enkelkinder habe.

  • #2

    garten-inspirationen (Mittwoch, 27 November 2019 14:21)

    Fetthennen sind leicht giftig. Jedoch so wenig, dass sie früher wegen ihres Geschmackes ab und zu als Würze verwendet wurden. Heute wird jedoch davon abgeraten und ich denke bei Kindern sollte man besonders vorsichtig sein.