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Edamame - die vegetarische Eiweissbombe

Um unseren Fleischkonsum etwas zu reduzieren, essen wir ab und zu Tofu. Es gibt einen ausgezeichneten Tofu, der aus in der Schweiz wachsendem Soja in der Schweiz hergestellt wird und erst noch Bio! Keine Urwaldabholzung für Sojaplantagen, keine langen Lieferwege: geradezu perfekt. Dieses Leguminosen-Produkt, das hinsichtlich Eiweiss und Eisen ein guter Ersatz für tierische Proteine ist, schmeckt zwar nicht jedem in unserer Familie gleich gut, doch die Nährstofftabelle überzeugt uns alle.

 

 

 

Von der Information, dass Soja in der Schweiz angebaut werden kann, bis zur Überlegung, ob dieser auch im eigenen Garten wächst, führte kein langer Weg. Nach einigen Recherchen fand ich heraus, dass es sich um früh reifenden Soja handelte, doch wurde nur von landwirtschaftlichem Anbau berichtet. Ich verlor das Thema etwas aus dem Fokus, bis ich an der Giardina in Zürich, magisch angezogen von den Samenständern von Zollinger (ein Schweizer Samenzüchter aus dem Wallis) an "Schwarze Hokkaido Sojabohnen"-Samentütchen hängen blieb - sie sollten besonders für Edamame geeignet sein.

 

Schnell waren sie gekauft und ich säte sie mit hohen Erwartungen auf unserem Pflanzblätz. Hatte ich doch gelesen, dass sie nicht erste Wahl bei den Schnecken wären.

 

Vier Pflanzen resultieren aus meinen Bemühungen ... Erst dachte ich ja, dass das Pflanzgut nicht genug keimfähig gewesen wäre und ich wollte dem Anbieter schon gehörig die Leviten lesen. Doch am Ende kam ich zur Überzeugung, dass die Soja-Keimlinge der einheimischen Kampfschnecken-Boden-Truppe zum Opfer gefallen waren. Kleine Pflanzen haben in unserem Garten einen schweren Stand, auch wenn sie den Schnecken laut Lehrbuch nicht schmecken - unsere Schnecken können leider nicht lesen. So schützte ich die Überlebenden mit Schneckenkrägen. Meine Laune war nicht die beste und ich wollte schon die Flinte ins Korn werfen respektive die Hacke in die Wiese. Doch mein Mann leistete gute Überzeugungsarbeit und ich liess mich dann doch zu einem weiteren Anlauf motivieren. Und siehe da, 80 % der neuen Saat überlebte. Warum auch immer ...

Nun haben wir schon einige Portionen Edamame verspeist und wir sind im Gegensatz zum Tofu alle begeistert von den grünen Böhnchen, die in Japan gerne zum Apéro gereicht werden. Sie schmecken wirklich lecker und es macht Spass, sie aus den Hülsen zu pulen.

 

Die Zubereitung ist denkbar einfach:

  • Die Sojaschoten ernten, wenn die Samen noch grün sind - sie sitzen so fest an der Pflanze, dass ich sie immer mit der Schere abgeschnitten habe um die Stängel nicht zu verletzen.
  • 2 Liter Salzwasser aufsetzen, zum Kochen bringen und die gewaschenen Edamame 5 Minuten kochen.
  • Abgiessen, etwas erkalten lassen
  • Jeder nimmt sich eine Portion in den Teller und los geht's mit dem Pulen

Wir hatten viel zu wenig und werden im nächsten Jahr bestimmt mehr davon anbauen - wir müssen uns nur noch eine Strategie gegen die Molusken-Guerilla-Einheit einfallen lassen, die im Keimstadium alles verputzt, was ihr vor die Raspler kommt.

Das Saatgut jedenfalls ist ausgereift und gesammelt. Ich freue mich schon auf die Ernte im nächsten Jahr.

 

 

© garten-inspirationen.ch

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