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Ernten - von Jauchzerberg bis Jammertal

 

Wir ernten schon eine ganze Weile, was wir im Frühjahr angezogen und ausgepflanzt haben. Über meine Beerenernte im Frühling habe ich bereits berichtet (siehe Blog "Beerenfreuden"). Nun ist es Zeit auch über andere Erntehöhen und -tiefen aus unserem Garten zu berichten.

 

Kartoffeln

(Sortenbeschreibung siehe Blog Frühsommertreiben: Rote und blaue Kartoffeln)

  • Rotschalige Ultimus: gute Ernte.
  • Blauschalige Bristen: etwas weniger gut als Ultimus, aber guter Ertrag.
    Das Highlight ist das Schälen der Pellkartoffeln, wenn unter der blauen Schale eine helle Kartoffeln erscheint.
  • Blauschalige St. Galler: die Ernte fällt wirklich sehr gering aus.
    Die dunklen, länglichen, manchmal sehr kleinen Knollen nach dem Ausgraben zu finden ist eine Herausforderung, denn sie sind kaum von den Erdklumpen zu unterscheiden.
    Die Optik auf dem Teller ist interessant, denn die blauen Tupfer in Rösti oder Bratkartoffeln wirken exotisch.

Alle Kartoffeln schmecken hervorragend. Aufgrund des wirklich minimalistischen Ertrages der blauen St. Galler überlege ich mir, ob ich sie nächstes Jahr nochmals anbaue.

Himbeeren

 

Die Himbeerhecke ist das Jammertal meines Gartens!

 

 

Der heisse Sommer hat meinen Himbeeren arg zugesetzt. Nachdem sie im Frühling nur so wucherten und ich sie stark ausschneiden musste, sind sie jetzt grösstenteils braun und tragen nur wenige Beeren. Eine Tragödie, wirklich, wo ich Himbeeren doch über alles schätze - vor allem im Winter: als Verfeinerung geben sie selbstgemixten Fruchtgetränken das gewisse Etwas.

 

Tomaten

 

Unser ProSpecie Rara-Sorte "Précoce de Quimper" trägt viele Tomaten, das Fruchtfleisch ist am Stilansatz etwas gelblich und hart, der grosse Rest der Tomate schmeckt aber herrlich und es lassen sich leckere Salate daraus zubereiten.

 

Auch die roten und gelben Strauchtomaten tragen hunderte kleine Tomaten, wobei die gelben mit ihrem schön milden und süsslichen Geschmack meine Favoriten sind. Immer im Vorbeigehen werden sie genascht und haben definitiv Suchtpotenzial. Meine Tochter ihrerseits schwört auf die roten Murmeln. Ein Hoch auf die Vielfalt!

 

Ich habe keine Plastikhütte für meine Tomaten gebaut und wollte sehen, ob sie resistent genug gegen Krautfäule sind. Die Strauchtomaten sehen gut aus. Die Blätter der "Précoce de Quimper" sind teilweise etwas unansehnlich, was den Tomaten allerdings nicht schadet. Der heisse, trockene Sommer dieses Jahr war nicht der ideale Experimentierzeitraum, um Tomaten auf Krautfäule zu testen. Traurig bin ich nicht darüber. Mal sehen, wie die Wetterverhältnisse nächstes Jahr sind.

 

Gurken

 

Unsere Gurken sind eine Erfolgsgeschichte. Gurke satt, würde ich sagen - wir ernten und essen derart viele, dass wir im Winter bestimmt keine Lust mehr auf  Treibhausgurken aus Spanien verspüren. Wir kauften im Frühling zwei Schlangen- und zwei Nostrano-Gurken-Setzlinge. Leider nahm's die Landi mit der Beschriftung nicht so genau, denn es wuchsen nur Nostrano-Gurken...!? Ab und zu ist eine bittere dabei, was bei den Schlangengurken letztes Jahr nie der Fall war. Fällt jedoch bei der Üppikeit der Ernte kaum ins Gewicht. Als ich meiner Hausnachbarin letzthin Gurken mitbrachte und erwähnte, es könnten auch bittere darunter sein, nahm sie's stoisch: "Ich mache Tzaziki draus, da schmeckt man's nicht mehr so". Wissen gegen Gurke: ein guter Tausch.

Als ich unsere Cocktail-Gurken anzog, haben gerade Mal zwei Setzlinge für die Auspflanzung überlebt. Sie sahen jämmerlich klein aus und ich bezweifelte, dass sie im rauhen Alltag des Pflanzblätzes überleben würden. Heute wuchern Sie munter über ihr Stütze, blühen eifrig und setzen Früchte an. Nur: schmecken tun sie uns nicht besonders. Sie sind zwar schön knackig, aber etwas herb. Da sie mit ihren drei Zentimetern Länge jedoch so süss aussehen, kann ich sie bestimmt noch irgendwo für Dekozwecke benutzen.


Dieses Jahr haben wir anstatt Zierkürbisse Ziergurken gepflanzt. Zwischen wuchernden Ranken, reifen jede Menge grüne Igelchen heran, die sich gut für die kommende Herbstdeko eignen.

Fazit der ersten Sommer-Erntewelle: Der Jauchzerberg ist viel höher als das Jammertal tief ist.

© garten-inspirationen.ch

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